Iguaçú………….“grosses Wasser“

Es gibt auf der Welt meiner Meinung nach drei große Wasserfälle, die das Wort wirklich verdienen, und das sind die

Victoria Falls –
an der Grenze zwischen Sambia und Zimbabwe, die

Niagara Falls –
an der Grenze zwischen USA und Kanada……

und natürlich die Wasserfälle von Iguaçú in Brasilien, im Länderdreieck Brasilien, Argentinien, Paraguay!

Der Name Iguaçú hat seinen Ursprung in den indianischen Guaraní – Wörtern y für Wasser und guasu für groß. Als erster Europäer entdeckte der spanische Conquistador Alvar Nuñez Cabeza de Vaca (Kuhkopf????) die Fälle im Jahr 1541.

Wobei ich, ohne die anderen gesehen zu haben, behaupten möchte, dass letztere die schönsten sind! Eleanor Roosevelt sagte schon bei ihrem Anblick in Iguaçú : „poor Niagara“, und sie hat es ja sicher beurteilen können! ?

Und obwohl es sicher 100e von Seiten gibt, die die Schönheit beschreiben, will ich doch noch „eins drauf–  und wenigstens ein paar eigene Fotos reinsetzen“!

Wir waren dort im September 2011, bevor wir ins Pantanal fuhren, und haben sicher eine gute Zeit erwischt, denn es war viel Wasser im Rio Paraná, weil es vorher (leider auch bei uns an der Küste) viel geregnet hatte! Es war unser zweiter Besuch in Iguaçú, der erste liegt 37 (!) Jahre zurück!!!!!!!

Am 13. September sind wir also von Balneário Camboriú aufgebrochen, laut Google Maps 850 km vor uns … aber das schreckt uns nicht, die Straßen sind zwar sehr belebt aber gut. Mittagessen in Guarapuava im Staat Paraná, hinter Laranjeiras Novas fahren wir dann durch ein Gebiet, was man mit Schildern als  „Siedlungen der Eingeborenen“, der „indígenas“, bezeichnet und für deren Zustand ich mich als Brasilianer schon ganz ordentlich schämen würde! Am Strassenrand verkaufen die „indígenas“ ihre geflochtenen Körbe und ein bisschen Schmuck. Leider muss ich auch folgende Nachricht hier einstellen,die zeigt, wie die Situation hier immer noch ist:

Guarani

Um 16.00 h sind wir in „Cascavel“, was soviel heisst wie <Klapperschlange> und eine ziemlich scheussliche Stadt war und ist, aber unendlich gewachsen in den letzten Jahrzehnten.  Über Ceu Azul (=Blauer Himmel), Matelandia und Santa Terezinha dann Ankunft in Foz do Iguaçú, gegründet 1914, heute 250 000 Einwohner, 1974 ein Lauskaff.

Damals waren wir Kirchenmäuse und wohnten in einem schrecklichen Innenstadthotel, diesmal sind wir einen kleinen Schritt weiter und gönnen uns (zu Werners Geburtstag?)  das „Hotel das Cataratas“,

hotel_das_cataratas.jsp ,

als einziges Hotel im Parque Nacional do Iguaçú und direkt an den Fällen gelegen. Auf dem Bild am Anfang sieht man es mitten im Wald liegen. Heisst aber, wir müssen am Parkeingang unseren Landrover stehen lassen, das Hotel holt uns ab. Leider kommen wir erst im Dunkeln an, aber beim Aussteigen hören wir ein gewaltiges Rauschen und sehen eine weisse Gischtwolke über der Schlucht.

Abendessen im Hotel, auf der Terrasse, sehr leckere Amuse Gueule, u.a. winzige Brötchen mit Roquefortcreme, kleine Tartes mit Octopus, dann Risotto  mit Kürbis und Shrimps … und der Kellner sieht sooo unglaublich deutsch aus, und ist es natürlich auch, zumindest deutschstämmig, ein „Hunsricker“ mit dem Namen Inácio PETRI. Der Service ist „stunning“,  Begrüßung mit Namen, man wird zum Tisch geleitet, alles aber unaufdringlich und brasilianisch nett!

Das Hotel ist wirklich sehr geschmackvoll und schön, vom Zimmer und vom Turm aus ein Blick auf die Fälle, wie wir am nächsten Morgen feststellen. Frühstück am Pool, ein Aguti und viele gierige Waschbären schauen zu,

und in den Palmen sitzen und kreischen die „Caciques“, „Cacicus haemorrhous“ oder brasilianisch „Guaxe“ oder „Japira“, schwarze amselgroße Vögel mit einem knallroten Federbusch auf dem Rücken, die lange Röhrennester aus Gras flechten,  unglaubliche Könner!

Wir haben den Vorteil, als Hotelgäste schon vor den Touristenhorden in den Park zu können! Also um 6.00 h raus aus den Federn und an die Fälle. Da kann man jetzt nur noch mit Fotos die gewaltigen Wassermassen beschreiben, die dort mit lautem Getöse in die Tiefe stürzen! In die Gischt und brüllenden Wasser fliegen die Vögel hinein, sie wohnen unter dem Wasser auf dem Felsen und brüten dort auch, wie überleben sie das nur?

In einem kleinen Pamphletchen des Hotels gibt es täglich Wetter- und „Wasserstandsmeldungen“, so zum Beispiel für den 15.09.11:

Wettervorhersage:       Min.17°C, Max. 28°C
Wassermenge heute:   5160 Millionen Liter / Sekunde ……………. ohne Worte!

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Auto über die <Tancredo Neves Brücke> nach Argentinien, um die Fälle aus einem anderen Blickwinkel zu sehen! 1974 hatten wir die Möglichkeit nicht, deshalb also Neuland. Das Problem, dass ich keinen Pass dabei habe, lösen wir an der Grenze, mit brasilianischem Ausweis und brasilianischem Führerschein lassen mich die netten <hermanos> in ihr Land….und für 70 Pesos in ihren Nationalpark. Dort fällt uns übrigens auf, dass die Guaraní Indios einen großen Verkaufsstand im Park haben, hier scheint das etwas anders gehandhabt zu werden. Paraguay ist wohl noch fortschrittlicher, dort ist Guaraní neben Spanisch sogar Amtssprache!!

Mit einem Bimmelbähnchen geht es bis an den Rio und dann zu Fuss einen guten Kilometer über die Stege an die Fälle. Gewaltig, man steht praktisch ÜBER dem Wasser, gigantische Ausblicke!

Außerdem begegnet uns hier ein putziger Vogel, der genau so gierig ist wie die Nasenbären, die überall (leider) betteln, es ist ein hübscher schwarz-blau-gelber, den ich noch nirgends gesehen habe!

Wissenschaftlicher Name „Cyanocorax chrysops“, in Brasilien Gralha-branca oder Gralha-picaça. Gehört zu den Rabenvögeln! Er ahmt andere Laute nach und soll in Gefangenschaft auch sprechen lernen können. Aber so gefällt er mir besser!

Leider sind die Leute ja nicht einsichtig und füttern die Tiere immer wieder, obwohl es offiziell verboten ist! Aber wo kein Kläger, da kein Richter, deshalb ist wohl auch so ein Schild notwendig, und ich hoffe, sie beissen ordentlich zu!

Zurück „nach Hause“, rüber nach Brasilien. Das Kraftwerk Itaipú (aus der Guaraní-Sprache:  „Stein welcher singt“) schenken wir uns, ich glaube nicht, dass für uns nach dem Yangtse Staudamm etwas Größeres kommen kann!? Wir bleiben insgesamt vier Tage an den Cararatas und lassen uns verwöhnen, bevor wir dann in das komfortmäßig etwas „schlichtere“ Pantanal weiterfahren.

Man muss sagen, egal welche Bilder man von Iguaçú einstellt, NICHTS kommt der Wirklichkeit auch nur annähernd nahe! Es ist einfach überwältigend, diese Wassermengen zu sehen und vor allem auch zu HÖREN! Jeder, der sich die Freude einer Brasilienreise gönnt, sollte auch dieses Highlight mit einplanen!!!!

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