Eine Traumreise…

Ein Rückblick auf unsere Rundreise 2007, noch von Portugal aus, durch meine Lieblingsheimat Brasilien!


Am 9.11.07 haben wir unser jeweiliges Trolleyköfferchen (55er! Weniger ist mehr!) gegriffen und haben uns nach Porto zum Flughafen chauffieren lassen, Flug um 10.15 h mit der portugiesischen TAP nach RIO DE JANEIRO / Brasilien!

Welch ein Anfang, gleich in diese immer wieder faszinierende Stadt! Eingeschwebt in dieses schöne Land sind wir über Fortaleza im Norden, deutlich unten zu sehen die gigantischen Sandstrände! Um 18.30 h in Rio, der übliche Gruselflug übers Wasser und die Favelas, die direkt vor dem Aufsetzen zu sehen sind, „schicke“ Wohngegend. Rio in Wolken und regnerisch, eine neue Erfahrung, aber auch mal angenehm, der Zuckerhut und der Corcovado nicht zu sehen, witzig!

Taxi zum Hotel in Copacabana, nur eine Nacht, dann weiter, der nächste Flug nach Belo Horizonte, in unsere alte Heimat Minas Gerais, mit dem Mietwagen nach OURO PRETO. Auf den morro zur casa unserer Freunde, letzterer Professor an der dortigen Bergakademie und als Einziger 1975 dort geblieben, keine schlechte Wahl, wenn man den palazzo alemão sieht! Ein paar wie immer nostalgische Tage in Ouro Preto, Besuch bei alten Freunden, gutes Essen und die vage Idee, die zukünftigen deutschen Winter dort zu verbringen, wer weiss?

Schwerer Abschied, aber wir haben ja noch Einiges vor! Flug nach BRASILIA, in die Hauptstadt, die angeblich aus dem – dort nie gewesenen – Urwald gestampft worden ist! Von 1980 bis 1984 unsere Heimat!

Dort treffen wir am Flughafen wie verabredet auf unsere deutschen Freunde, kennen- und schätzen gelernt in Brasilia 1981, mit denen wir die restlichen Wochen durch das Land reisen wollen! Ein nostalgischer Ort für uns vier, wir fahren per Mietwagen zu unseren jeweiligen früheren Häusern und sehen uns die Novidades an, das neue Oscar Niemeyer Museum neben der Kathedrale und die neue Brücke, die natürlich nach „JK“ heisst, dem Gründer der Stadt:  Juscelino Kubitschek! Brasilia ist wieder noch grüner geworden, und es breitet sich amöbenhaft aus, vom Flugzeug aus kann man die riesigen Trabantenstädte sehen. Ich denke an unseren ersten Besuch 1974, als hier noch kein Baum stand und nur die nackte rote Erde zu sehen war und nachts die Kakerlaken in Batallionsstärke durch die Rinnsteine marschierten. Nie hätte ich gedacht, dass es mal so eine (er)lebenswerte Stadt sein würde! Und wir treffen auch dort einen guten alten Freund, eine Institution an der Universität von Brasilia (zu einer köstlichen Feijoada im Hotel Nacional, wie früher an Samstagen), den ich 1974 in Ouro Preto einfach von meinem Balkon in der Rua Direita aus angequatscht habe, als er an unserem Haus vorbeiging. Damals waren deutsche Touristen „anquatschenswert und selten“, es gab noch keine Asphaltstrasse nach Ouro Preto, und wir wohnten am Ende der Welt, ohne Internet und Handy und deutsches Essen!

Am 18.11. geht es weiter, Abschied von Brasilia, dem gemäßigten Klima und der übermäßigen Zivilisation, heute geht es an den Amazonas, nach MANAUS! Unser längster Inlandflug, gut drei Stunden, da sieht man, welche Dimensionen dieses Land hat! Zusätzlich kommen wir in eine andere Zeitzone, 13.1o h Brasilia-Zeit und 11.10 h Ortszeit landen wir am Zusammenfluss der Flüsse Rio Negro und Solimões, die von da an Amazonas heißen und an dessen Ufer die Stadt liegt.

Wir waren schon diverse Male in Manaus und wollen dieses Mal etwas Neues sehen, am Flughafen holt uns die Crew der gebuchten JUNGLE LODGE ab, 160 km entfernt von Manaus am Rande eines Urwaldgebietes gelegen. Kleine Bungalows mit relativ wenig Komfort, aber Hängematte, Mangobaum mit reifen Früchten, und Blick auf den „Jungle“ und vor allem: kein Handyempfang, hurra! Das Wasser läuft uns am Leib runter, es ist heiß und schwül! Gegen Abend führt uns ein kleiner älterer pfiffiger José durch die Anlage, erst zu den Capivaras, die sie dort halten, kleine Wasserschweine mit Borstenfell, die komische Piepslaute von sich geben. Dann ein Stückchen in den Urwald, im Gänsemarsch, wir unten mit Taschenlampe, oben über den Wipfeln ist es noch hell. Geräusche aller Art, fremde und schrille, Geckos, Frösche und eine dicke fette braune Vogelspinne. Irgendwie nicht „frightening“ in natura!

Nachts zwei mächtige Gewitter mit mordsmäßigen Donnerschlägen, und es gießt aus Eimern, morgens wieder sonnig. Geweckt werden wir von einem Schwarm blau-gelber großer Ara-Papageien auf einem kahlen Baum in der Ferne, die einen infernalischen Krach veranstalten! Nach dem Frühstück Aufbruch mit unserem Führer zu einem größeren Marsch, lange Hose in die Socken gestopft wegen der stechenden und saugenden Viecher, es ist unerträglich schwül, die Kleider kleben am nassen Leib, kein Lufthauch, aber ein Indianer kennt keinen Schmerz, und wir marschieren über Stock und Stein durch den Urwald, Ivo zeigt uns alles, was da kreucht und fleucht, viele fette Spinnnen,

Zikaden, Skorpione, glänzende blaue Schmetterlinge (Morphos), merkwürdige Termitenbehausungen, einen ekligen daumendicken 40 cm langen Wurm, sogar Krabben gibt es, DAS finde ich ungewöhnlich, dazu eine Kakophonie von Vogelstimmen und eine üppige Vegetation, Orchideen, Palmen, Lianen, Bromelien und andere Schmarotzer, Farne, weiße Pilze in allen Formen. Mittags auf einer Lichtung an einem Bach ein Lunch, der von zwei Jungs aus der Lodge auf dem Kopf herbeitransportiert wird. Fleisch vom Grill und Reis, unser Trinkwasser schleppen wir selbst mit! Anschließend Geschirrwaschen im Fluss und weiter! Abends sind wir fix und fertig, das Klima haut einen um!

Am nächsten Tag geht es mit José an und auf den Fluss, einen der tausend Nebenarme des Amazonas, der Amazonas ist als „Ausflugsziel“ relativ uninteressant, da er so breit ist, dass man das andere Ufer kaum sieht. Auf dem Weg dorthin halten wir an einer Ananas-Plantage und lassen uns erklären, wie man die züchtet, sie schmecken ja hier in Brasilien unvergleichlich gut und süß, beim Schreiben bildet sich vor Begeisterung eine Pfütze auf meiner Zunge!Strassen gibt es hier keine mehr, die Staubpiste endet am Fluss, dann ist der Fluss der Verkehrsweg! Eine neue Erfahrung! Mit einem kleinen Boot zu einer Maracujá-Plantage, köstliche süße Früchte, nicht die sauren Dinger aus Nachreifung, und zur Behausung der Anbauer. Wegen der enormen Unterschiede im Wasserstand, plusminus 4-5 Metern, wohnen sie alle in Häusern auf Stelzen, witzig das Klo hinterm Haus, auch auf Stelzen, aber freier Fall und unter drunter die Hühner! Aber ich muss ja hier keine Eier essen.

Im Fluss selbst sehen wir zu unserer grenzenlosen Begeisterung haufenweise Delphine, nicht nur kleine schwarze, sondern auch ROSA Delphine! Sehen leicht aus wie deutsche rosa  Schweine im Wasser! Unterwegs Mittagessen aus dem Henkelmann in einer „Kneipe“ am Ufer, dann weiter in einen kleinen Nebenfluss, Bambusstock mit Schnur raus, Fleisch dran und Piranhas angeln! Wir erwischen zwar nur kleine, trotzdem mit Vorsicht zu genießen wegen der nadelspitzen und messerscharfen  Zähne! Die Biester sind schlau und rupfen uns meistens nur in Sekunden das Fleisch vom Haken! Respekt! Mitten im Vergnügen sehen wir wie einen Vorhang eine Regenfront über das Wasser auf uns zufliegen und dann werden wir ja dermaßen beschüttet, ein wahrer Tropenguss. Danach dampfen wir noch mehr, lieber Gott, wie kann man hier nur immer leben? Aber die Leute würden sicher nicht so wie wir leben wollen!? Witzig ist, dass auf dem Fluss auch ein Zahnarzt, ein Dentallabor, ein Puff und eine Tankstelle in großen  Hausbooten vorüber schwimmen, es ist für alle Bedürfnisse gesorgt!!

Am nächsten Morgen ein Abschiedskonzert aus dem Urwald: Brüllaffen, ein unbeschreibliches Geräusch, wie ein Gebrüll von Sauriern im Kino, bei YOUTUBE gibt es ein paar Beispiele, die aber nicht an das Original rankommen! Das macht wach und beeindruckt! Heute zurück nach Manaus, und mit einem kleinen Bötchen zum Zusammenfluss. Sehenswert ist dieser, weil der Rio Negro eben negro=schwarz ist, und der Solimões lehmbraun, beide aber per se schon Riesenflüsse sind, die treffen nun aufeinander mit solcher Gewalt, dass sie erst einmal schwarz und braun nebeneinander herfließen und sich erst Kilometer später zum Amazonas vermischen.

Der Zusammenfluss zeigt ein Gestrudel von verschiedenen Farben, wir waren schon zweimal dort, aber immer in größeren Schiffchen oben auf Deck, diesmal kann man ins Wasser fassen und auch fühlen, dass sie je nach Farbe unterschiedlich warm sind! Beeindruckend. Der Motorista hat übrigens zu unserer Beruhigung auf seinem Sitz die Aufschrift: <O Senhor esta comigo> = der Herr ist mit mir! Was soll uns da noch passieren!?

Für eine Nacht und zur Erholung von den Strapazen zieht es uns in eine Luxusherberge, ins immer wieder schöne Tropical Hotel in Manaus und abends in die Churrascaria „El Toro Loco“, wo wir ein gigantisch gutes Rodizio essen, auf deutsch Fleisch bis zum Abwinken, alle irgendwie möglichen Cuts, dazu tonnenweise Salate, die guten Palmenherzen, Maniok frittiert, Polenta, schwarze und andersfarbige Bohnen, neuerdings gibt es auch Sushi- und Nudelbuffets, klebsüße Desserts an einer Extratheke usw.usw. WAMPENFEST!!!!

Abschied von Manaus am 22.11. und ein Zweistundenflug nach BELEM, an der Mündung (na ja fast) des Amazonas in den Atlantik. Am Eingang zum Flugzeug steht der Commandante der TAM namens Goes, der hatte uns schon eine Etappe  geflogen, das ist dieser „Pinga-Pinga-Flug“ (So nennen die Brasilianer diese Hopser, von pinga=Tropfen!)  von Rio über Brasilia, Manaus, Santarém, Belem, Fortaleza, São Luis, Recife. Beim Abflug noch ein tolles Abschiedsgeschenk: der Blick auf den Zusammenfluß und weiterhin auf ungeheure Wassermassen, wunderschöne Flussstrände am Rio Tapajos und den Urwald: Grün …Grün….Grün! Kaum Straßen oder Ansiedlungen!

16.15 h in Belém, gleiches Klima, vielleicht noch ein bisschen wärmer? Abends Stadtbummel, solange man die Hitze aushält, morgens Frühstück, wieder mit köstlichen Säften: Maracujà, Cajú, Cupuaçú, Graviola, Bacurí, Cajá, Acerola ….unglaublich, was der Norden diesbezüglich bietet!

Dann Marsch zum VER-O-PESO, dem berühmt-berüchtigten Markt am Hafen, ein Lebensmittel und Artesanato – Markt, HOCHinteressant und unglaublich fotogen! Dort könnte ich Tage zubringen und beobachten und fotografieren! Belém ist unglaublich schmutzig, jeder wirft seinen Dreck einfach irgendwo hin, und das Hafenbecken ist eine Kloake, dementsprechend sitzt dort haufenweise Brasiliens Gesundheitspolizei: die Urubus, Rabengeier!!!! Sie sehen zwar unappetitlich aus, sind aber notwendig, um den gröbsten Schmutz zu beseitigen!

Wir stürzen uns ins Gewimmel, herrlich! Eine unglaubliche Vielfalt an Menschen, Gerüchen und Farben! Exotische Früchte, Macumba-Utensilien, Kräuter, Gewürze, kleine Budchen, an denen gebrutzelt und gegessen wird, eine Truppe, die mit affenartiger Geschwindigkeit und mit fröhlichem batepapo (Schwätzchen) Berge von Maniok schält, ein wichtiges und leckeres Nahrungsmittel! Ein Mann, der mit einem Hackebeilchen treffgenau Paranüsse schält, ohne sich zu verstümmeln!

Ein Fischmarkt, in dem es grauenvoll müffelt und wo man die merkwürdigsten Flussfische sehen kann, gepanzerte und riesige und welche mit knallrotem Fleisch,wie rote Beete, Fische wie der Pirarucú, dessen Schuppen so hart und rau sind, dass sie wie eine Nagelfeile zur Maniküre benutzt werden können, was gibt es hier alles, was man noch nie gesehen hat! Eine andere Welt! Und die Leute lächeln und sind freundlich und sprechen uns an, freuen sich, wenn man Fotos macht. Das macht Brasilien ja so liebenswert, die Leute sind einfach grenzenlos nett, hätte ich diese Erfahrung in Portugal gemacht, hätte es mir sicher auch gefallen….

Natürlich lassen wir uns auch zu einem frisch gebratenen Pirarucú-Filet überreden, vier große Filets, wenn man will mit Açaí-Pampe, einer dunkelroten Soße aus Palmenfrüchten, ein Vitaminspender aber gewohnungsbedürftig! Der Fisch ist einer der besten, die wir auf der Reise essen und der billigste, 20 Reais für uns vier, 8 € !

Die restliche Zeit in Belém verbringen wir mit Museum Goeldi – Besuch (interessantes Naturkundemuseum), Stadtbummel, wobei wir in einige Gegenden geraten, die ein mulmiges Gefühl aufkommen lassen und wo wir auch von Einheimischen diskret umgeleitet werden, abends zu den Docas, um regionale Küche zu probieren. Ist so wie in Lissabon, man hat die alten gammeligen Docks zu einer Restaurantmeile umgestaltet! Aber die Amazonasküche muss ich nicht haben, allein dieser Tapetenkleister Tacacá, neee…..

Am 25.11. ein weiterer „Fortschritt“ bzw. Flug, auf zu neuen Ufern:  16.50 h Flug mit der TAM, wie üblich, nach SÃO LUIS in Maranhão. Kennen wir beide zwar auch schon von 1984, aber wir wollen von dort zu einem Highlight unserer Reise aufbrechen, das man damals noch nicht besuchen konnte, den LENÇOIS MARANHENSES, übersetzt den „Leintüchern“ von Maranhão, weiße Dünen in beeindruckenden Ausmaßen! Ein Naturschauspiel erster Güte!

Unser Guide ist Márcio, der uns am Flughafen mit Kleinbus und Motorista abholt und auch noch Deutsch spricht! Abfahrt vom Hotel morgens um 7.00 h (ächz), aber es liegen 4 Stunden Fahrt vor uns, 260 km nach Barreirinhas. Die Landschaft ändert sich ständig, um São Luis viel Industrie, dann wird’s ländlich. Und arm! Häuser aus sonnengetrockneten Adobe-Ziegeln, Palmstrohdächer, Lehmöfen vor der Tür, geflochtene Matten statt Holztüren, Pferde- und Eselkarren, zum Teil weder Strom noch fließend Wasser, aber große Schilder der Regierung, die Präsident Lulas neues Programm ankündigen: LUZ PRA TODOS! Licht für alle! An der Strasse kleine selbstgebastelte Obststände, 5 kg reife gelbrote Mangos für ca. 2 €! Palmenhaine mit allen Arten, von Kokos- über Babaçú, Açaí und Dendê! Geier, die sich über einen Pferdekadaver am Straßenrand hermachen. Schulkinder auf einem Kilometermarsch nach Hause. Gegen Mittag in Barreirinhas. Hier endet die Asphaltstrasse, ab hier nur noch Erdpiste und Sand.

Eine Überraschung wartet auf uns, das Kontrastprogramm!  Unsere Unterkunft: PORTO PREGUIÇAS RESORT, ein Traum!  Mitten in den Palmen gelegen am Ende der Welt: eine OASE! Eine Öko-Lodge, das ist überhaupt der große Trend in Brasilien, ökologisch verträglicher Tourismus! Die Lodge versorgt sich zum größten Teil selbst, hat einen Gemüse- und Kräutergarten, Hühner, Enten, Gänse, Ziegen (deshalb Enten- und Ziegenbraten nur mit vorheriger Anmeldung…wir haben sie leben lassen!), Obstbäume, eine Töpferei, und SAND unten im Pool, toll! Und frische grüne Kokosnüsse, unser Lieblingsgetränk neben Caipirinha!

Und eine Superküche! Und aufmerksames nettes Personal, also alles fünf Sterne, vor allem auch die Einrichtung, inklusive Bungalows, so was Geschmackvolles, da hat sich ein Künstler in seinem Fach ausgetobt!!

Am nächsten Morgen holt uns ein umgebauter LKW mit 4wheeldrive ab, anders kann man sich hier nicht bewegen. Und es geht los in die Dünen, erst an den Fluss, Übersetzen mit einer kleinen Fähre, dann in den Sand…man meint, man schwimmt, so schlittert der LKW durch den Sand. 40 Minuten harte Arbeit für Fahrer und uns, dann sind wir am Rande der Dünen….schneeweiß und gleißend in der Sonne. Ein Traum! Und absolute Stille, da ist ja nichts weit und breit! Wunderschön!

Das Besondere ist, dass es in dieser Wüste mittendrin im Sand kleine Seen gibt, in denen man auch baden darf. Zur Zeit waren sie ziemlich ausgetrocknet, nur einer führte noch Wasser. Und Cajúbäume gibt es, die scheinen sehr anspruchslos zu sein, und diese köstlichen Früchte, wir essen ja in Europa nur die ollen Nüsse, aber die birnenförmigen Früchte sind unvergleichlich saftig und lecker!

Die Tage vergingen im Flug, vor allem wegen der wunderbaren Lodge war es ein bleibender guter Eindruck. Auf dem Rückweg noch ein Stop in Barreirinhas mit kleiner Erkundung der Stadt und Mittagessen in einem Restaurant, das unser netter Motorista Edson empfiehlt, am Fluss, wo ich Kinder beobachte, die sich im braunen Wasser vergnügen, was haben die für ein ruhiges und stressfreies Leben! Kennen keine Kälte und müssen sich nie vermummen oder frieren.

Fahrt zurück nach São Luis und wieder ins Pestana São Luis, schickes Hotel mit grausig schlechtem Rattenfraß! Was uns ein weiteres leckeres Churrasco verschafft. Am nächsten Tag eine kleine Seefahrt, wir wollen uns ALCANTARA anschauen, (anderthalb Stunden über das Meer mit dem Katamaran), 1648 gegründet und unter Denkmalschutz. Im 17. und 18. Jh. von reichen Familien bewohnt, die zum Teil bis zu achttausend Sklaven hatten, heute eine fast verlassene Kleinstadt mit einigen „dekorativen“ Ruinen und Kirchen, ein Eldorado für Fotografen!

Zurück wieder mit einem Katamaran, die ganze Schiffsbesatzung von drei Mann würde in Deutschland eingelocht, wenn sie wie hier die Passagiere ohne Schwimmweste locker auf dem Kajütendach sitzen lassen würde, bei rasender Fahrt unter Segeln! Anlegen können wir auch nicht mehr, wo wir abgefahren sind, da sucht sich der Bootsführer einfach einen Strand aus und lädt uns dort ab. Die Taxifahrer haben es aber gerochen und fahren uns ins Hotel. Löst sich alles problemlos! Abends am Hotel eine riesige Hochzeitsfeier mit Rahmenprogramm Bumba-meu-Boi.

Nach einer Stadtführung durch São Luis, von den Franzosen 1612 gegründet, mit Besuch der Casa do Maranhão und Aufklärung über das berühmteste Volksfest Bumba–Meu-Boi, einer Geschichte wie der vom <Fischer und seiner Frau>, und Besichtigung der traditionellen Kostüme sowie Hängemattenkauf naht unsere letzte Etappe, die unter dem Motto RELAX steht. Wir fliegen wieder mal, diesmal von São Luis nach RECIFE in Pernambuco. Neben mir sitzt eine Frau, die erst mal ein schriftliches Gebet auspackt, sich bekreuzigt, das Gebet liest und sich noch mal bekreuzigt, da kann ja nichts mehr passieren!

Unser erster Besuch gilt am folgenden Tag einem Freund in seinem Haus südlich von Recife, in Xaréu, einem NOCH recht abgelegenen Strand, zu dem NOCH keine Asphaltstraße führt, Gott sei Dank! Wir genießen Cajú aus seinem Garten, Frucht und Saft, besichtigen den neuen Hausanbau, gehen zum Strand und essen einen Xaréu, einen Raubfisch, nach dem eben dieser Strand benannt wurde. Dann weiter mit unserem Leihwagen nach Japaratinga, 180 km südlich Recife, wo wir die Asphaltstraße verlassen und in „unsere“ <Pousada da Amendoeira> fahren, Domizil für die letzte Urlaubswoche, direkt am Meer sind wir in Bungalows untergebracht, Sandstrand mit Kokospalmen wie aus dem Reisekatalog, menschenleer, Sonne, leichter Wind, Hängematte, lauwarmes Wasser, türkisblau. Gutes Essen, bisschen gesund mit viel Obst, Säften, Gemüse, Fisch, selbstgebackenem Brot und einem netten Jüngelchen, das zwar mit der flachen Hand bügeln könnte, uns aber die grünen Kokosnüsse aufschlägt und an den Strand bringt.

Mein Blick aus dem Liegestuhl…………………….. Now that’s life…………………………

Die letzte Woche ist Erholung, das Wasser ist lauwarm, man kann stundenlang darin dümpeln und friert nicht, und in 300 m Entfernung gibt es ein kleines Dörfchen, in dem wir Mittags einen Fisch oder Langostinos essen und eine Caipirinha oder eine grüne Côco schlürfen können! Mordomia!

Und so naht das Ende unserer Reise, die ich gerne beliebig verlängert hätte.

Ich hoffe, Ihr habt Lust bekommen, auch mal nach Brasilien zu fahren, es ist mit das faszinierendste Land dieser Erde!

Até a proxima…….

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2 Responses to “Eine Traumreise…”


  1. 1 Jarogeadsnora 18. Mai 2010 um 5:36 am

    Just want to say what a great blog you got here!
    I’ve been around for quite a lot of time, but finally decided to show my appreciation of your work!

    Thumbs up, and keep it going!

    Cheers
    Christian, Satellite Direct Tv


  1. 1 Photovoltaik-Info » Blog Archive » Grüne Mathematik Green Math Solarenergie Grüner Strom Klimaschwindel Trackback zu 12. Mai 2010 um 1:01 am

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