Der Satz über den Teich….

Dienstag, 9. Juni 2009

 

Am 9. Juni 2009, wie vorausgesehen mit hängender Zunge und gestresstem Magen wegen der Hetzerei, habe ich morgens um 6.40 h das Haus verlassen,  mit schwerem Koffer, Laptop und ebenso überladener Handtasche und bin mit Jürgen zum ICE – Bahnhof gefahren, wo der ICE zum Flughafen um 7.07 h abfahren sollte. Kurz vor dem Bahnhof habe ich festgestellt, dass das Handy noch zu Hause im Schlafzimmer liegt, Alzheim bereit!!! Also bin ich aus dem Auto gehüpft, so behende wie es die Bandscheibe zuließ, und Jürgen ist zurück gefahren. Thank God for real friends! Ich habe derweil einen Bekannten getroffen, der mit demselben Zug fuhr und dankenswerterweise den Bleikoffer bewachen und in den Zug hieven sollte, bei Einfahrt des ICE kam auch Jürgen über den Vorplatz gehechtet und brachte das Handy. Darauf war nämlich auch die neue Telefonnummer von Werner, den ich von São Paulo aus anrufen sollte, ob ich den Anschlussflug nach Florianopolis bekomme. Alles reine Nervensache…..

Am Flughafen habe ich noch mal mein gutes Kind getroffen, der bis zum Check-in bei mir blieb. Abschied mit einer bis zwei/drei/vier Tränen im Knopfloch. Abflug 9.35 h mit der LUFTHANSA nach Lissabon, 2:40 h.

 

 CIMG7151Lissabon

 

Landung pünktlich und sofort zur „Autolocadora“ (Rent-a-car), und … ein Wunder geschieht, keine portugiesischen Problemkreationen, sondern eine Viertelstunde später bin ich schon mit einem Leihwagen (VW Polo mit Power) auf der Autobahn nach Norden, Richtung ehemalige Heimat! Entspanntes Fahren 250 km durch Portugal, kein Stress à la Autobahn A 3! Gegen 14.30 h laufe ich in Mira ein und fahre erst mal gemütlich durch das Dorf und schaue, ob sich was geändert hat…..erwartungsgemäß „bagunça total como sempre“, also das übliche Chaos!

Vor unserer Ex-Haustür liegt Pantufa, der Nachbarshund, der unserem Adoptivhund Minniemaus vor zwei Jahren am 14. Juli vier kleine süße Welpen beschert hat und uns einen >Hunderettungstransport< nach Deutschland. Er freut sich immer noch mich zu sehen und fremdelt nicht, in Erinnerung an all die Guts-chen vermutlich! Später treffe ich Dona Helena, meine ehemalige Perle, die einen monströsen Koffer mit meinen Sommersachen sechs Monate lang aufbewahrt hat und nach ausgiebigem Austausch von Mira-Klatsch mache ich mich wieder auf die Socken nach Lissabon, miete mich dort im Hotel ein und schlafe erst mal bis zum Morgen des 10. Juni, nach dem Schlafmangel der vorherigen Nacht sehr erholsam.

Um 6.00 Uhr geht der Wecker, in Lissabon ist es noch dunkel! Frühstück im Hotel und zum Flughafen, Auto abgeben, wieder ohne Probleme, wenn man davon absieht, dass drei Avis-Schwengel mir ungerührt und bewegungslos zuschauen, wie ich mühsam 45 kg Gepäck aus dem Auto wuchte, und Fußmarsch zum Check-in. DAS ist in Lissabon eine größere Sache, absolutes Chaos! Aber mein Gepäck wird anstandslos akzeptiert, und solchermaßen befreit gehe ich zum Gate 20. Dort erwartet mich der aufbauende Blick auf eine EGYPT AIR Maschine, an der gerade irgend etwas mit Schaum von der Flughafenfeuerwehr gelöscht wurde! Im Fernsehen hinter mir läuft dazu der neueste Bericht über den Absturz der AIR FRANCE Maschine! Na, der Tag fängt ja gut an!

 

 

a330tap

Abflug in einem A 330, (Platz 22 H, später beide Plätze für mich, da Flieger nicht voll) sehr tröstlich, gleicher Typ wie die Unglücksmaschine! Aber – what can I do? Mir kann ja nichts passieren, da Genet, mein Stern aus Eritrea, mir vor Abfahrt ein Armband mit lauter Heiligenbildchen angelegt und mich allen ihren Heiligen empfohlen hatte! Neben mir Mimi, schwer geschminkt und geschmückt mit blitzenden unechten joias (Schmuck), jüdische Brasilianerin um die 40, die auf Madeira lebt und mit der ich genüsslich Horrorgeschichten über die trampeligen Portugiesen austausche, mit anderen Worten: wir sind uns einig! Tauschen sogar die Mailadressen. Start ok, Essen ok, Wein aus „unserer“ Gegend (Marquês de Marialva aus der Bairrada). Zwei Filme: „Last Chance Harvey“ mit Dustin Hoffmann und Emma Thompson sowie „Phoebes World“, beide sehr schön!

Der Flieger ist eiskalt, innen wie außen. Ich mummle mich ein, gegen Abend fliegen wir wie üblich über Fortaleza (erkennbar an den weißen Riesenstränden unter uns) nach Brasilien ein!

Landung 15.58 h Ortszeit in São Paulo, es schüttet aus Eimern und die Kiste wackelt wie ein Lämmerschwanz, null Sicht!

Ciao Mimi und zur Passkontrolle, ein redseliger netter Beamter, kein portugiesischer Muffler, erklärt mir, dass ich mich in Florianopolis in den nächsten 30 Tagen registrieren muss. Weiß ich, aber ich danke ihm für den guten Tip!

Natürlich muss ich das durchgecheckte Gepäck nun doch von einem in den nächsten Terminal schleppen und erneut einchecken, entgegen der Aussage in Lissabon, aber ich schaffe es und auch zum Gate 1. Dort ist hektisches Boarding nach Belo und Recife, bis 15 Minuten vor Abflug werden einige Passagiere gepaged, die dann irgendwann hinter dem Bus hergefahren werden, DAS in Frankfurt, da wäre aber was los. Wir boarden dann am Recife-Counter, wer da kein Portugiesisch kann wird aber schwitzen lernen, am Florianopolis-Desk geht es nach Brasilia! Naja, scheint aber alles zu funktionieren!? Schneller Anruf an Werner und Bestätigung, dass ich tatsächlich komme! HIER geht das deutsche Handy, in Lissabon nicht………

Endlose Shuttle-Busfahrt zum Flieger, eine der Brasilianerinnen scherzt, sie glaubt, dass wir mit dem Bus nach Florianopolis FAHREN!! Es regnet immer noch. Neuer Airbus 320 der TAM, der brasilianischen Fluglinie. Halbleer. Direkt neben der Piste ein Wohngebiet, denen müssen ja die Ohren wegfliegen. Nette tripulação (Besatzung) und witziger Captain. Endlose Taxiways. Start fast 18.30 h statt 18.00 h, ohne Regen, dann der unvergleichliche Blick auf  den Moloch São Paulo bei Nacht, Lichter bis an den Horizont, übervolle Straßen und Autobahnen, kein Wunder, dass viele Betuchte nur noch mit dem Helikopter über den Hochhäusern unterwegs sind, auch wegen der Kriminalität natürlich!

Eine Turbulenz nach der anderen, laut Captain Wind von der Seite mit 180 km/h …schluck. Eine Stunde zehn nach Florianopolis und windige Wackellandung, aber dann habe ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Wider Erwarten habe ich es erneut überlebt!!!!!!!

 florianopolis

Florianopolis

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